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1. September 2023

Lara-Kristin Maas: Umweltbewusstsein und Unternehmergeist in der Nachfolge

Im Interview gibt Lara-Kristin Maas, Absolventin des Umweltmanagement- und Umweltwissenschaftsstudiums, Einblicke in ihre Rolle als angehende Nachfolgerin in einem Familienunternehmen, das sich auf die Herstellung von Sicherheitsschaltgeräten für industrielle Anwendungen spezialisiert hat. Ihr Werdegang und die Herausforderungen, die sie dabei erlebt, bieten Einblicke in die Verbindung von sozialem und ökologischem Bewusstsein und Unternehmertum.

Ihre Leidenschaft für Umweltschutz und ökologische Nachhaltigkeit ist tief verwurzelt. Mit einem Hintergrund in Umweltmanagement und Umweltwissenschaften sieht Lara-Kristin die Umwelt nicht nur als einen abstrakten Begriff, sondern als das Fundament unseres Lebens. "Umwelt umgibt uns, sie ist unsere Lebensgrundlage", erklärt sie. Dieses Bewusstsein für die Bedeutung einer intakten Umwelt haben sie dazu bewegt, ihren Weg in Richtung Umweltstudien einzuschlagen. Ihren Bachelor hat sie in Gießen und ihren Master in Schottland gemacht. Nun schlägt sie den Weg der Unternehmensnachfolge ein und wird das Familienunternehmen Dittelbach und Kerzler von ihren Eltern in vierter Generation übernehmen.

 

Dabei war das Thema Nachfolge für Lara-Kristin anfangs noch nicht präsent. Aufgewachsen in einer Unternehmerfamilie, spürte sie den Einfluss des Unternehmertums seit ihrer Kindheit. Doch erst während und nach ihrem Studium begann sie, ernsthaft über die Möglichkeit nachzudenken, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten. Als Teil eines Familienunternehmens mit flachen Hierarchien und offener Kommunikation fand sie sich schnell in verschiedenen Bereichen des Betriebs wieder. Viele der Mitarbeitenden kennen sie bereits seit ihrer Kindheit. Ihre Eltern haben es ihr immer freigelassen, ob sie das Unternehmen übernimmt, oder nicht. Momentan führt sie eine Art Trainee-Programm durch und lernt von der Verwaltung über die Produktion bis hin zur Endmontage und dem elektrotechnischen Bereich verschiedene Facetten des Unternehmens kennen, bis sie dann das Unternehmen in Zukunft leiten wird. "Ich will nicht nur verkaufen, sondern ich will auch wissen, was wir eigentlich herstellen, wie es gebaut wird, um mich da rein versetzen zu können", sagt Lara-Kristin.

 

Die Herausforderungen der Nachfolge sind ihr nicht fremd, doch sie schätzt die Vorteile, die das Wissen über das Unternehmen und seine Abläufe mit sich bringt. Vor allem die persönliche Ebene, die sie mit dem familiären Team hat, schätzt sie sehr. Klar ist jedoch auch, dass frische Impulse von außen willkommen sind. "Ich würde mir ein bisschen mehr Erfahrungsaustausch wünschen", sagt sie. Die Möglichkeit, von anderen Unternehmerinnen und Unternehmern, vor allem, was Nachfolge angeht, zu lernen und voneinander zu profitieren, fehlt ihr in Hessen. Auch betriebswirtschaftliche Aspekte, lernt sie erst nach und nach im Job kennen.

Eine Rolle, die Lara-Kristin besonders am Herzen liegt, ist die Förderung von Frauen in der Industrie und im Handwerk. "Wir müssen die Rollenbilder wegnehmen", betont sie, um mehr Frauen für technische Berufe zu begeistern. In der eigenen Firma spürt sie gelegentlich noch Vorurteile, doch sie ist entschlossen, diese Barrieren abzubauen und gleiche Chancen für alle zu schaffen. So berichtet sie von einem Fall, in dem angezweifelt worden sei, ob sie einen Gabelstaplerführerschein machen sollte. Ihren männlichen Kollegen wurden diese Zweifel nicht entgegenbracht. „Wir sind in der Branche doch noch eingefahrener, als ich gedacht hätte. Das hat mich überrascht“, beschreibt Lara-Kristin.

 

Das Familienunternehmen Dittelbach und Kerzler, das fast 100 Jahre Tradition aufweist, ist für Lara-Kristin eine Herzensangelegenheit. Sie setzt sich leidenschaftlich für nachhaltiges Wirtschaften ein und distanziert sich von Greenwashing. "Wirklich grün sein, wirklich nachhaltig zu wirtschaften, finde ich wichtig", unterstreicht sie. Ihr Fokus liegt darauf, Produkte von höchster Qualität zu produzieren und gleichzeitig die Verantwortung für Mitarbeiter und Umwelt zu tragen. Dazu zählt auch, dass die Schalter in Deutschland produziert werden und in vielen Teilen auf regionale Rohstoffe zurückgegriffen wird. Damit einhergehend ist auch, dass die Produktion nicht zwangsläufig ausgebaut werden muss. Vorteilhaft dabei ist, dass das Unternehmen in vielen Teilen wenig, bis keine Konkurrenz hat. Als Hersteller für Schaltgeräte, die in Industrieanlagen und bei Fördertechnik verbaut werden, kommen die Produkte weltweit zum Einsatz und sind teilweise sogar vorgeschrieben. Durch die Sicherstellung der Sicherheit von Mensch und Maschine sieht sie auch nachhaltige Aspekte erfüllt.

 

Ein weiteres Anliegen von Lara-Kristin ist soziale Gerechtigkeit. Sie betont die inklusive Unternehmenskultur und lehnt jegliche Form von Rassismus ab. So gibt es einige Menschen im Team, die einen Migrationshintergrund haben. Auch Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe hat es bereits gegeben. Ihr ist es wichtig in diesen Aspekten klare Kante zu zeigen. Diese Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt prägt ihre unternehmerische Vision.

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Infocard HGP Bewerbungsfrist verlängert
Verlängerte Bewerbungsphase für den Hessischen Gründerpreis
25. Juni 2024
Gute Nachrichten! „Der Hessische Gründerpreis gibt den hessischen Startups, Existenzgründern und Existenzgründerinnen mehr Zeit für ihre Bewerbung. Die Bewerbungsfrist wird um eine Woche bis zum 30. Juni verlängert“, so Elisabeth Neumann, Projektleiterin Hessischer Gründerpreis bei der KIZ SINNOVA gGmbH.

Junge Unternehmen, Nachfolger und Nachfolgerinnen und Existenzgründer:innen profitieren vielfältig von einer Teilnahme beim Hessischen Gründerpreis: Sie haben die Chance auf große öffentliche Aufmerksamkeit, exklusive Netzwerkkontakte, hochwertige Trainings und ein professionelles Unternehmensvideo. „Wir hören aus unserem Alumni-Netzwerk immer wieder, dass es nicht nur die Preisträger:innen sind, die von einer Teilnahme profitieren, sondern dass auch schon das Erreichen des Halbfinales vielen jungen Unternehmen sehr geholfen hat“, so Neumann weiter.

Wettbewerbsablauf, Preise, Beteiligung

Im ersten Schritt reicht das Ausfüllen des Online-Bewerbungsformulars. Mit diesen Informationen wählt eine Jury in den vier Kategorien „Innovative Geschäftsidee“, „Zukunftsfähige Nachfolge“, „Gesellschaftliche Wirkung“ sowie „Gründung aus der Hochschule“ die jeweils zwölf überzeugendsten Unternehmen für das Halbfinale aus. Diese 48 Halbfinalist:innen pitchen vor einer großen Jury und drei pro Kategorie ziehen ins Finale ein. Die zwölf Finalist:innen treten dann in Marburg bei der Fachtagung für Multiplikator:innen der Hessischen Gründungsszene am 1. November gegeneinander an. Am Abend werden die Preisträger:innen im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet, auch vom Hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori persönlich. Seit 2020 ergänzt ein Online-Voting das Finale, an dem seither jeweils fast 8.000 Menschen teilgenommen haben. Der Hessische Gründerpreis verteilt keine Geldpreise. Zu gewinnen gibt es große öffentliche Aufmerksamkeit, exklusive Netzwerkkontakte, hochwertige Expertentrainings und Workshops sowie ein professionelles Unternehmensvideo. Zudem sind wir vorschlagsberechtigt für den Deutschen Gründerpreis, bei dem Unternehmen aus unserem Wettbewerb in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge verzeichnen konnten. Zu den vielfältigen Netzwerken, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beim Hessischen Gründerpreis erwarten, gehört auch ein aktives Alumni-Netzwerk und eine Roadshow durch ganz Hessen, die 2024 bei etablierten Unternehmen und Organisationen Station macht.

Wir unterstützen Ihre Berichterstattung gerne durch Kontakte zu teilnehmenden Unternehmen, Preisträger:innen und Sieger:innen der letzten Jahre und können dabei sowohl eine regionale als auch eine branchenspezifische Auswahl bieten.


Für weitere Informationen:

Martin Brust, Medienverantwortlicher
Telefon 0151 / 567 584 59
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Elisabeth Neumann, Projektleiterin
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Der Hessische Gründerpreis wird mit europäischen Mitteln aus dem Fonds für regionale Entwicklung EFRE gefördert.