21. Juli 2022

Aus dem Herzen Hessens in die ganze Welt – Die ANCLA Logistik GmbH über den Faktor Mensch in einem komplexen System

Seit ihrer Gründung im Jahre 2006 in Darmstadt, ist die ANCLA Logistik GmbH auf steilem Wachstumskurs. Der Zusammenschluss regionaler Gründerinnen und Gründer ist der Grundstein einer Erfolgsgeschichte made in Mittelhessen.

Inhabergeführt und mit einem ganz besonderen Schwerpunkt: dem Direct-to-Consumer Segment. Vor drei Jahren erfolgt der Umzug zum Standort Wetzlar, um die Kapazität der Lagerfläche zu verdreifachen und an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Dort bearbeiten nun mehr als 500 Mitarbeiter über 10.000 Sendungen unter anderem von Kunden wie Oceansapart oder fitvia – und das jeden Tag. Christoph Maas ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von ANCLA.

 

Bei so viel branchenübergreifendem Wachstum wollen wir wissen, wie viel Innovationspotential eigentlich heute noch in der Logistikbranche steckt und was heute die Herausforderungen der Branche ausmachen:

 

„Die Logistik ist leider keine innovationsgetriebene Branche – die letzte große Innovation war die Einführung des Überseecontainers und die damit einhergehende Standardisierung des Frachtverkehrs“. Die zentrale Aufgabe der Logistik heute und in den kommenden Jahren wird die Digitalisierung der Systeme über die gesamte Lieferkette sein. Dazu gehört auch, dass die Logistik nicht mehr in ihren einzelnen Bausteinen betrachtet wird, sondern vielmehr als ganzheitliches und komplexes System bestehend aus Beschaffungs-, Lager- und Distributionslogistik – und als solches auch wahrgenommen und gesteuert wird.

 

Dieses System klingt sehr komplex und dennoch verbinden viele Logistik lediglich mit dem Lagern, Verpacken und Versenden von Paketen. Herr Maas, welche Aufgaben und Arbeiten übernimmt ein Logistikunternehmen heutzutage tatsächlich?

 

„Was früher der Logistikleiter war, ist heute der Supply Chain Manager oder der COO“, meint Christoph Maas. Der Wert eines guten Logistikpartners liegt also darin, über das einzelne Päckchen hinauszuschauen und seinen Kunden Informationen zum Bestand sowie zu einer optimierten Bestandsführung an die Hand zu geben, damit dieser seine Prozesse und sogar sein Produktportfolio anpassen kann. Eine erfolgreiche D2C Brand muss im Ergebnis keine eigene Logistikabteilung aufbauen, Mitarbeiter einstellen und sich mit kleinteiligen Prozessen beschäftigen. Vielmehr können diese operativen Aufgaben abgeben werden – an einen Partner, der ganzheitlich auf das System Logistik schaut und dieses für seine Kunden stetig überwacht und optimiert.

 

Systeme klingen oft unpersönlich und Logistik macht da keine Ausnahme. Das Motto von ANCLA ist jedoch „Menschen machen Logistik“. Das führt unweigerlich zu der Frage wie persönlich Logistik heute sein kann oder vielleicht sogar sein muss.  

 

In dem D2C Segment ist eine persönliche Ansprache und die Erfahrung der Kunden essenziell, weiß Christoph Maas. Der „Wow-Effekt“, wenn ein Kunde ein Paket öffnet oder wenn er ein bestimmte Papiersorte anfasst, entscheidet nicht nur über die Beziehung, die der Kunde mit der Marke haben wird, sondern auch wie gerne und wie oft dieser wieder eine Bestellung tätigt. Denn eine direkte Kundenansprache – so etwa mittels personalisierter Verpackung – schafft Bindung und Vertrauen und etabliert langlebige Kundenbeziehungen.

 

Logistik lebt von Versandabwicklung vieler Produkte. Und insbesondere der D2C Markt scheint diesbezüglich noch lange nicht gesättigt. Welche niedrigschwelligen Einstiegsmöglichkeiten in diese Branche sind aus der Sicht eines Logistikers heute noch möglich?

 

Christoph Maas hat viele Produkte gesehen und was in seinen Augen die Erfolgreichen von den weniger Erfolgreichen unterscheidet, sind vor allem zwei Faktoren: Produkt und Nachfrage. Als erstes benötigt man ein innovatives Produkt mit einem guten Branding, das nicht mehr den standardisierten Trends und Ideen hinterherläuft. Als zweiten Faktor definiert Maas die Nachfrage nach jenem Produkt. Besteht diese nicht, dann kann sie auch geschaffen werden. Für junge Gründer mit guten Ideen hat Maas noch einen persönlichen Rat: Nicht zu viele Gedanken machen, sondern erst einmal starten. Es ist wichtig, erst einmal anfangen zu verkaufen und dann das Setup im Detail zu planen.

 

Die Detailplanung kann wiederrum an Spezialisten abgegeben werden. Und weil bei ANCLA Logistik nicht nur Dienstleistung ist, sondern auch echte Handarbeit, ergibt sich daraus auch einer der größten Herausforderung für der gesamten Branche: Personalsteuerung. Hier sieht Christoph Maas nicht nur Potenzial für Optimierung, sondern auch eine große Chance für Investitionen.

 

Laut Maas müssen, um der zunehmenden Geschwindigkeit der Automatisierung gerecht zu werden, ohne die Preise zu stark zu erhöhen, bessere Prozesse geschaffen werden, die die Einsatzplanung der Menschen optimiert. Auch hier spielt also die Digitalisierung wieder eine zentrale Rolle. Bei ANCLA begegnet man dieser Entwicklung und diesem Erfordernis mit dem Einsatz einer neuen App, mit deren Hilfe die beschäftigten Studenten und Aushilfen ihre Einsatzplanung selbst vornehmen können. In der App werden unter anderem die Qualifikationen hinterlegt und so können Mitarbeiter optimal eingesetzt und verteilt werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Ressourcen, die wiederum an anderer Stelle eingesetzt werden können – um Personal aufzubauen und mit dem Standort weiter zu wachsen.

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